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Halbe und ganze Paraden

Posted by on 10. Mai 2020

Ist Euch der Unterschied zwischen halben und ganzen Paraden klar? Wisst Ihr wie die Ausführung von halben und ganzen Paraden korrekt erfolgt? Leider erlebe ich es in der Praxis immer wieder, dass alle Reiter schon etwas von Paraden gehört haben, aber leider nie richtig angeleitet wurden wie diese geritten werden. Hört mal genau hin wie Euer Reitlehrer Euch das erklärt!

Halbe Paraden

Viele Reiter gehen leider davon aus, dass halbe Paraden gleich zusetzen sind mit dem An- und Nachgeben am Zügel. Das ist faktisch falsch.

Eine halbe Parade ist immer das Zusammenspiel einer Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfe. Jetzt mal ganz ehrlich, gebt Ihr im gleichen Moment des Annehmen des Zügels eine Gewichts- und Schenkelhilfe?

Wann werden halbe Paraden gegeben?

  • bei Übergängen von Gangart zu Gangart, das gilt auch für die Vorbereitung auf die nächtshöhere Gangart
  • zur Verbesserung der Selbsthaltung (Körperhaltung)
  • bei Übergängen innerhalb einer Gangart z.B. Arbeitstrab => Mitteltrab=> versammelten Trab usw
  • zur Vorbereitung von Lektionen z.B. Rückwärtsrichten, Schenkelweichen usw.

Aus dem Trab wird das Pferd zum Schritt durchpariert ( reiterlich für Bremsen), indem der Reiter das Pferd mit halben Paraden vorbereitet. Er sitzt vermehrt ein (beidseitig belastende Gewichtshilfe) und lässt die Schenkel in vorwärtstreibender Position, um dann eine leichte annehmende und nachgebende Zügelhilfe zu geben. Das durchlässige Pferd wird diese Hilfen annehmen und direkt zu einem fleißigen Mittelschritt kommen. Beim weniger durchlässigen Pferd wiederholt man die Hilfen entsprechend, bei Bedarf intensiver. Zu viel Zügelhilfe ist dennoch zu vermeiden. Ein weiteres Beispiel: aus dem Galopp wird das Pferd zum Trab durchpariert. Dies erfolgt analog wie oben beschrieben. Wichtig ist allerdings, dass der Reiter schon sicher im Trab aussitzen kann. Es soll vermieden werden dem Pferd, nach erfolgreicher halber Parade ungewollt Hilfen zu geben ( durch unruhigen Sitz), die das Pferd nicht versteht. Für den Übergang vom Galopp in den Trab wird eine beidseitige Gewichtshilfe gegeben und beide Schenkel werden in eine vorwärtstreibende Position gelegt um dann vorsichtig die annehmende und nachgebende Zügelhilfe zu geben.

Ganze Parade

Eine ganze Parade führt immer zum Halten. Sie wird durch halbe Paraden vorbereitet.

Hier ein Beispiel: Trab => Halten

Das Pferd geht schwungvoll im Trabe über den Rücken, der Schwung und das Tempo werden vor der ganzen Parade erhalten! Die ganze Parade zum Halten wird durch halbe Paraden eingeleitet. Zum Halten sitzt der Reiter vermehrt ein ( beidseitig belastende Gewichtshilfe), belässt die Schenkel in vorwärtstreibender Position und gibt eine annehmende und nachgebende Zügelhilfe. Das Pferd kommt so über den Rücken zum geschlossenen Halten ( es steht geschlossen auf allen 4 Füßen) .

Das Anreiten sollte zügig aber nicht übereilt erfolgen, damit das Pferd zum schwungvollen Traben kommt. Das Antraben erfolgt durch eine gleichzeitige leicht entlastende Gewichtshilfe, eine vorwärtstreibende Schenkelhilfe und eine nachgebende Zügelhilfe.

Beim Reiten von Übergängen ist die Basis ein ausbalancierter, elastischer und mitschwingender Grundsitz des Reiters. Je besser das der Reiter sitzt, desto präziser können halbe und ganze Paraden gegeben werden. Fein gerittene Pferde werden so zu einer schnellen Reaktion auf die Hilfen angeregt, so dass diese nahezu unsichtbar erfolgen können.

Weiteres zur gerittenen Praxis in folgendem Video

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