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Grundsitz

Posted by on 28. April 2020

Der Grundsitz des Reiters ist die Basis der gesamten Reiterei. Nur ein ausbalancierter, geschmeidiger und stabiler, aber doch elastischer Grundsitz ermöglicht eine korrekte Hilfengebung.

Der Grundsitz ist sozusagen der Translator/ die Kommunikationseinheit zwischen Reiter und Pferd. Ein fehlerhafter Sitz und die daraus gegebenen Hilfen, wirken auf das Pferd wie ein Dialekt oder eine verschwommene nuschelige Sprache.

Wie sieht der richtige Grundsitz aus?

Der Reiter sitzt auf seinen Gesäßbeinhöckern, der Oberkörper ist aufrecht, die Schulterblätter leicht zurückgenommen. Der Kopf wird getragen und der Reiter schaut geradeaus (durch die Ohren seines Pferdes). Die Beine sind etwas im Kniebereich gewinkelt, der Absatz leicht nach unten gedrückt, sodass sich möglichst auf einer geraden Linie befinden.

Der Reiter soll im Sattel so Platz nehmen, dass sämtliche Bewegungen des Pferdes in der Beckenregion aufgenommen werden und der Reiter diese durch lockere Bewegungen im Becken abfedert, ohne dass er aus dem Sattel hüpft oder plumpst. Dieses Vorgehen nennt man „Mitschwingen in der Mittelpositur“

Auch in der Bewegung bleibt die Winkelung im Knie so erhalten, dass bei locker im Bügel abgestellten Fuß, das Knie und die Fußspitze eine senkrechte Linie bilden. Die Arme hängen am Oberkörper herunter und werden an der Taille leicht angelegt und so gewinkelt, dass eine Linie Ellenbogen, kleiner Finger, Zügel Pferdemaul entsteht. Die Hände des Reiters werden somit eine handbreit über dem Widerrist und eine handbreit auseinander gehalten. Die Erlernung des ausbalancierten Grundsitzes in allen 3 Grundgangarten ist der Schlüssel zur feinfühligen Reiterei.

Nur aus einem korrekten Sitz können korrekte Hilfen gegeben werden!

Die Korrektur des Sitzes sollte in jeder Ausbildungsphase des Reiters im Fokus stehen.

Die Gewichtshilfe

Leider stelle ich in der Praxis immer wieder fest, dass meine Kollegen in der Reitbahnmitte viel über Zügel- und Schenkelhilfen erzählen, aber unglaublich wenig zur Gewichtshilfe. Um Schenkel und Zügelhilfen werde ich mich auch noch kümmern und einen entsprechenden Artikel verfassen, dennoch reduziere ich mich hier und heute erst einmal auf die Gewichtshilfe. Meine Erfahrung zeigt, dass die frühzeitige Schulung der Gewichtshilfen (beim noch unerfahrenen Reiter), dem Pferd viele Schenkel- und Zügelhilfen erspart. Denn kaum eine Zügel- und Schenkelhilfe kann eine falsche Gewichtsverlagerung ausgleichen.

Bei der beidseitigen belastenden Gewichtshilfe befindet sich der Reiter mit seinem Oberkörper senkrecht über der Wirbelsäule des Pferdes und bildet somit im Profil mit dem Pferderücken in etwa einen rechten Winkel. Dabei sitzt der Reiter gleichmäßig auf den Sitzbeinhöckern (Tuber ischiadicum). Der Oberkörper wird locker aber aufrecht, mit leicht zurückgenommenen Schulterblättern getragen.

Bei der entlastenden Gewichtshilfe, entlastet der Reiter sein Gesäß bzw. die Sitzbeinhöcker. Diese Haltung wird beim Einreiten junger Pferde eingenommen, beim Rückwärtsrichten und beim Anreiten eines Sprunges.

Bei der einseitig belastenden Gewichtshilfe sitzt der Reiter entweder mit dem rechten oder linken Sitzbeinhöcker vermehrt im Sattel. Diese Hilfegebung wird unter anderem bei folgenden Lektionen geritten: Angaloppieren, Volte, Schenkelweichen, Schulterherein usw. (darauf werde ich an dieser Stelle bei den einzelnen Lektionen noch detailliert eingehen)

Dazu hier ein Video, welches die oben beschriebenen Sachverhalte veranschaulicht


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