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Reitlehrer gesucht?!

Posted by on 15. Februar 2014

Reitlehrer gesucht?!

Egal ob man schon erfahrener Reiter oder Anfänger ist, immer wieder taucht die Frage auf: Wie finde ich einen guten Reitlehrer?

Eine einfache Frage, aber ein schwieriger Sachverhalt. Gerade Anfänger wissen oft nicht wie und wonach sie suchen sollen. Im Zweifelsfall hilft unser Freund Google und spukt bereitwillig Hochglanzinternetauftritte aus. Doch gibt die jeweilige Internetpräsenz wirklich das wieder, was ich suche?
Zum Thema Reitlehrer ist grundsätzlich folgendes zu sagen:

Der Beruf und der Titel Reitlehrer ist kein geschützter Begriff!

Jeder kann sich so betiteln ohne je ein Pferd aus der Nähe gesehen zu haben.
Es gibt seitens der FN mehrere Formen der Ausbildung die auch das Unterrichten von Reitschülern einschließt. Da ist zum einen der „Bereiter klassische Reitausbildung“ der seine Ausbildung mit einer Abschlussprüfung auf L-Niveau in Dressur und Springen absolviert. Darüber hinaus gibt es den Pferdewirtschaftsmeister der in Dressur und Springen bis M geprüft wird. Der Titel Reitmeister wird an besonders erfolgreiche Ausbilder verliehen. Weiterhin gibt es den großen Bereich der Trainerausbildung im Basis- und Leistungssport. C ist hier die niedrigste Stufe und A mit Zusatzqualifikation (Unterrichtserteilung auf M und S Niveau) die höchste. Zudem gibt es verschiedenste Verbände und Vereine die auch Qualifikationen, Zertifikate und Ausbildungen in Richtung Unterrichtsbefähigung anbieten. Da ich nicht auf die einzelnen Varianzen der Ausbildung der Reitlehrer eingehen möchte spreche ich im folgenden von „dem Reitlehrer“, schließe dabei natürlich auch alle Reitlehrerinnen mit ein. Wir sind eh in der Überzahl!  😉

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man Unterrichten eigentlich erst so richtig im Laufe der Zeit lernt. Es ist ähnlich wie beim Führerschein, man darf zwar fahren aber geschmeidig und sicher fühlt sich anders an. Ich bin der Meinung, dass man als Ausbilder auch seinen eigenen Stil entwickeln muss und das bedarf Zeit, Erfahrung und den Willen sich kontinuierlich weiter zu bilden. Die Zeiten von gebrülltem „Absatz runter und Bauch raus“ sind schon lange vorbei. Die Reitschüler von heute möchten gerne erfahren warum der Absatz tief und der Bauch raus soll. Zudem soll dies in einer angemessenen Art vorgetragen und formuliert werden. Das bedeutet wiederum nicht, dass in der Reithalle nur esoterische Klänge gewünscht sind.
Die in letzter Zeit sehr modern gewordenen Aussagen: „ich bilde nach….. aus“, lassen meine Nackenhaare auferstehen. Es gibt nämlich nur eine Methode nach der man Pferde ausbilden kann, einer die der Anatomie, dem Charakter und Leistungsfähigkeit von Pferd und auch vom Reiter entspricht! Ziel einer jeden Ausbildung sollte es sein, dass das Pferd in die Lage versetzt wird langfristig frei von Schäden an Sehnen, Muskel, Bändern und Skelett zu bleiben. Um dies zu gewährleisten ist es wichtiger das der Ausbilder Ahnung von der funktionalen Anatomie von Pferd und Reiter hat und erkennt wo er ansetzen muss. Es gibt nämlich keine Methode x für dieses und Methode y für jenes Problem, dafür gibt es zu viele Eventualitäten. Aber wer kann mir da helfen? Der Reitlehrer! Nur wie sollte der Aussehen?

 

Hier eine Fahndungsbeschreibung:

Wanted HB1

1. Er oder meist sie sollte ein offenes freundliches Wesen besitzen, das Stimmungen und Befindlichkeiten von Pferd und Reiter aufnimmt und in den Unterricht integriert. Klingt kompliziert ist es aber nicht, hier ein Beispiel: Der Reiter ist ängstlich weil das Pferd bockt, durchgeht oder der Reiter kurz vorher eine Bodenprobe genommen hat. Aufgabe wäre es jetzt dem Reiter ein gutes sicheres Gefühl zu vermitteln. Wie geht das, die Stimme des Reitlehrers wird ruhiger, gelassener er gibt Anweisungen von denen er weis, dass Reiter und Pferd diese ohne viel Mühe absolvieren können, z.B. mehrere Gangartwechsel von Schritt zum Trab und umgekehrt. Diese sollten zwanglos und zur Hilfenahme der Atmung des Reiters erfolgen. Tiefes Einatmen beim Antraben bei gleichzeitiger Entspannung der Schulter und Armmuskulatur und ganz tiefem Ausatmen beim Durchparieren zum Schritt. Diese Übung beruhigt den Reiter und gibt ihm das Gefühl wieder Kontrolle über sich und nicht zuletzt über das Pferd zu erlangen. Geschrei und lautes agressives Aufforderen seitens des Reitlehrers wären hier völlig fehl am Platze, da die Verspannung des Reiters eher zu statt abnimmt. Die Zeiten des Militärdrills in Reithallen sind vorbei!

2. Er sollte immer, egal ob bei den ersten Reitstunden oder im fortgeschrittenen Stadium den Sitz des Reiters berücksichtigen. Denn der Sitz des Reiters ist und bleibt sein wichtigstes Werkzeug. Je geschmeidiger, ausbalancierter und feiner ein Reiter sitzt, desto besser kann er auch auf schwierigere Pferde einwirken.
Viele Reiter kann man jedes Wochenende auf dem Turnier beobachten, die in Traversalen oder Piouretten falsch sitzen. Was ich damit sagen möchte ist, dass die Sitzkorrektur nicht nur im Anfängerunterricht entscheidend ist. Viele Pferde haben sich ja schon auf den individuellen falschen Reitersitz eingerichtet. Gerade im Falle von einknickenden Hüften oder schiefem Becken helfen die Pferde dank ihrer natürlichen Schiefe gerne nach, dass die Reiter ja so sitzen bleiben. (sonst müssten die Tiere unter Umständen noch mit ihrem schwächeren Hinterbein mehr arbeiten, als sie eigentlich wollten!) Auch dem erfahrenen Reiter empfehle ich regelmässigen Longenunterricht, machen die Bereiter in der Wiener Hofreitschule im übrigen auch.

3. Der Unterricht des Reitlehrers sollte zu seinem eigenen Reitstil passen. Ein Reitlehrer der seine Reitschüler konsequent auffordert gefühlvoll mit der Hand einzuwirken, selbst auf dem Pferd hingegen zwei Fäuste gegen ein Maul einsetzt und verbissen bis gewaltsam wird, ist unglaubwürdig.
Umgekehrt habe ich es auch schon erlebt, dass ein Pferd unter dem Reitlehrer mehr oder weniger machen konnte was es wollte, der gleiche Reitlehrer vom Reitschüler aber volle Kontrolle in jeder Situation verlangte. Auch das ist passt nicht zusammen.

4. Die Sprache, kann mein Reitlehrer sich fachlich gut ausdrücken? Das heißt benutzt er Fachvokabular? Jemand der Anweisungen gibt wie: „jetzt zieh mal am rechten oder linken Zügel“ oder „tritt mal mit dem Bein zu“ würde ich ablehnen. Den Zügel annehmen und nachgeben klingt nicht nur sanfter, sondern ist in der Reitersprache auch korrekter ausgedrückt. Auch Nackenhaare aufrichtend ist: „reite mal die Ecke auf dem Zirkel mehr aus“, oder auch ein Klassiker „reite den Zirkel runder und galoppiere ihn dann in der Ecke an“. Was sind das für Zirkel? Ein weiterer Klassiker: „durchparieren zum Arbeitstempo Schritt“, zack alle Haare wieder senkrecht, es gibt nämlich kein Arbeitstempo Schritt.

5. Ist mir der Reitlehrer sympathisch? Warum soll ich jemanden Geld geben, den ich nicht leiden mag, auch wenn er noch so gut ist. Die Chemie muss stimmen. Nur jemanden den ich an mich heranlasse von dem nehme ich auch Kritik und Verbesserungsvorschläge an. Ich muss mich nicht verkumpeln, sondern ich muss den Reitlehrer respektieren und ihm vertrauen.

6. Passt er fachlich zu mir und meinen Ansprüchen. Es tummeln sich sehr viele Reitlehrer, egal ob Trainer C oder Reitmeister auf dem Markt, doch welcher ist gut für mich. Es gibt durchaus Reitlehrer die z.B. auf dem Niveau A-Dressur / A-Springen unterwegs sind, hervorragenden Anfängerunterricht geben können und ein sensationelles Gespür für Kinder und Jugendliche aufweisen. Für jemanden der sich mit seinem Pferd auf dem Wege von A zu L befindet wird dieser Reitlehrer sicher nicht erfahren genug sein. Es gibt auch hochdekorierte, erfahrene Reitlehrer mit Erfahrungen im nationalen und internationalen Turniersport die durch gute Turnierleistungen ihrer Schüler glänzen, aber findet so jemand auch die richtigen Worte für den Freizeitreiter der sich nur sicher mit seinem Feld-Wald-Wiesenpferd in der Bahn bewegen möchte? Wichtig ist, dass man selber weiß was man möchte. Erst wenn diese Ziele klar formuliert sind, kann man auch gezielt suchen. Kleiner Rat am Rande, nicht die Masse an Reitschülern macht jemanden kompetent, sondern seine Qualität. Meist sind die mit der meisten Erfahrung auch die, die über ein umfangreiches Wissen verfügen. Unterricht der immer nach dem gleichen Schema stattfindet, egal welches Pferd mit welchem Reiter in der Bahn ist, würde mich stutzig machen. Das klingt dann ein wenig nach wenig nach Schema F Unterricht. Aber nicht jeder Reiter und jedes Pferd brauchen die gleichen Anweisungen. Gerade bei komplexeren Pferd-Reiter Problemen steigen einige Reitlehrer aus, da sie Ursache und Wirkung nicht detailgenau erkennen und am Problem vorbei unterrichten. Als Ausbilder muss ich erkennen können, wo die Schwachstellen sind. Verursacht der Reiter das Problem beim Pferd oder das Pferd beim Reiter. Nur ein geübter Reitlehrer wird dies sehen und beheben können. Ein analytischer Ansatz mit einem Schatzkästchen voller Lösungswege macht den guten Ausbilder aus.

7. Auch ein wenig vorsichtig wäre ich bei eigenartigen Lebensläufen des Reitlehrers. Erkenne ich trotz häufiger Stallwechsel des Ausbilders, eine Tendenz zur beruflichen Weiterbildung, da der Weg von guten Ställen zum Besseren erfolgte? Oder zeichnet er sich durch Kontinuität aus und hat in einem Stall seit Jahren zufriedene Kunden? Spannender wird es dann noch bei den Quereinsteigern. Habe ich die frustrierte Angestellte die jetzt ihr Hobby zum Beruf machen möchte? Die mühsam einen Trainerschein erlangt hat und auf 5 Jahre mehr schlechte als rechte Reiterfahrung auf einem alten Haflinger zurück blicken kann? Oder habe ich dort den erfahrenen Amateur der sich auf allen Pferden der Welt wohl fühlt und den Trainerschein gemacht hat um auch anderen Reitern zu helfen? Entscheiden wird das der Markt, denn Reitlehrer gibt es genug.
Ist keiner Reitlehrer in der Nähe zu finden, gibt es immer noch die Möglichkeit jemanden zu suchen der für einen Lehrgang in den Stall kommt. Oder ich gönne mir eine Trainingswoche bei meinem Wunschausbilder, indem ich ihn besuche. Möglichkeiten gibt es viele und auch zweimal im Jahr ist auch regelmäßig!  😉

8. Benehmen. Nicht zu unterschätzen: wie zuverlässig ist mein Reitlehrer? Kommt er konsequent zu spät? Setzt sich in die Ecke, um mit den Herrschaften an der Bande ein Pläuschchen zu halten, obwohl ich mir gerade den Allerwärtesten abgaloppiere? Spricht er leise kaum verständlich? Telefoniert er während der Reitstunde und verkauft nebenbei noch 3 Pferde? Wird er unverschämt oder laut wenn etwas nicht klappt? Oder bleibt er stur in der Ecke sitzen und gibt dem Reiter damit das Gefühl, ich mache es mir mal gemütlich während Du Dir da einen abmühst? Alles so Dinge die ich einfach nur respektlos finde und die sich einfach nicht gehören! Genauso wie rauchen in der Reitbahn oder lästern über Reitschüler und andere Einstaller. Reitlehrer sind auch Vorbilder!

Zusammenfassend kann man nur sagen: schaut Euch den Reitunterricht Eueres zukünftigen Reitlehrers an und zwar von der Bande, so dass Ihr auch was hören könnt. Unterscheidet er von Reiter zu Reiter? Haben die Reiter ein offenes vertrautes Verhältnis zu ihm? Sind die Reiter oder das Pferd nach der Reitstunde gestresst oder entspannt? Waren Verbesserungen beim Reiter und beim Pferd während der Reitstunde erkennbar? Ging der Reitlehrer auf Emotionen ein, wie Angst, Verkrampfung, Agressivität beim Reiter oder beim Pferd? Passen die Qualifikationen und das Können des Reitlehrers zu meinen Zielen? Stimmen Preis und Leistung? (Löst Euch von dem Gedanken für 10,-€ die Stunde einen Bundestrainer zu bekommen). Manchmal ist ein teurer Reitlehrer, den ich mir nur 2 mal im Monat leisten kann, effektiver als einer der jede Woche in mein Budget passt.

In diesem Sinne : Viel Spaß beim Suchen,
PS: Ich habe den idealen Reitlehrer bereits gefunden!

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